Real Friends – 29.05.2016

Der Sommer ist vorbei und somit auch die Festivalsession. Also höchste Zeit die Clubkonzerte für den Winter zu planen. Dabei wollen wir euch besonders die Tour von Real Friends ans Herz legen. Die Pop-Punker aus Illinois werden im Dezember, gemeinsam mit Knuckle Puck und With Confidence für 3 Termine nach Deutschland kommen. Um eure Vorfreude zu steigern haben wir ein Interview, welches wir mit Bassist Kyle in England geführt haben, ausgegraben.

„The home inside my head“ ist kürzlich erschienen, es wirkt wie der logische Schritt in der Entwicklung einer Band, wie wichtig ist es für eine Band den eigenen Sound weiter zu entwickeln?

Ich denke es ist sehr wichtig, wir sind schon immer eine Band gewesen die ihren Sound stetig weiter entwickeln möchte, aber wir wollen unseren Sound auch nicht zu schnell weiter entwicklen. Also machen wir immer kleine Schritte. „The home inside my head“ ist also die natürliche Entwicklung. Ich bin mir sicher, dass wir auf dem nächsten Album den Sound wieder etwas verändern werden. Das ist aber auch was Musik und Band spannend macht. Es gibt auch Band die wieder und wieder das gleiche Album veröffentlichen.

„The home inside my head“ hört sich erwachsener an als der Vorgänger, nun heißt es im Pop-Punk aber „Growing Up Is Giving Up“ wie stehst du dazu?

(lacht) Ich glaube nicht, dass wir erwachsen geworden sind. Ich für meinen Teil werde nicht erwachsen, ich werde nur alt. Wenn das Sinn ergibt. Wir fokussieren uns darauf eine gute Zeit zu haben und den Spaß dabei nicht zu verlieren. Ich bin jetzt 27, da ist es schon komisch über so ein Festival mit all den jungen Leuten zu laufen. Wir haben angefangen Musik zu machen weil es uns Spaß macht und das soll auch so bleiben.

Was sollen die Leute fühlen, wenn sie sich euer neues Album anhören?

Unser Ziel ist es, dass sich die Leute mit der Musik identifizieren können, solange Leuten für sich einen Sinn in der Musik sehen. Sie sollen sagen „Wenn ich Song X oder Song Y höre, muss ich an eine bestimmte Person denken.“ Solange Leute sich in unsere Musik wiederfinden haben wir unser Ziel erfüllt.

Basieren die Texte in euren Lieder denn auf realen Ereignissen oder sind es fiktionale Geschichten die ihr erzählt?

Die meisten sind real. Natürlich sind ein paar Aspekte immer übertrieben, aber das braucht eine gute Geschichte. Auf diesem Album haben wir bewusst Texte geschrieben die es den Hörern und Hörerinnen leicht machen sich Bildlich vorzustellen worum es geht. Aber ja, es sind Texte darüber was in meinem Leben passiert und was in meinem Kopf passiert.

Lass uns mal über die lokale Musik Szene in deiner Heimat sprechen. Ihr kommt aus einer Vorstadt von Chicago. Wie ist die lokale Pop-Punk Szene dort?

Es wird immer besser. Eine Weile gab es eigentlich nur uns und „Knuckle Puck“. Mittlerweile gibt es aber echt viele lokale Bands mit potential. Besonders  „Bonfires“, „Sudden Suspension“ „Sleep On It.“ muss ich da erwähnen!

Vor ein paar Monaten habe ihr die sogenannte „5$-Tour“ gespielt. Dabei habt ihr für jeweils 5$ pro Ticket in Skate Parks, Plattenläden, Bars und anderen kleinen Locations gespielt. Dies kann man ja ebenfalls als Unterstützung der lokalen Szene ansehen. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Die Ursprungsidee war es, kleiner Hallen zu bespielen. Als wir dann aber über die Tour gesprochen haben, kam die Idee auf an unkonventionelleren Orten zu spielen. Also kam es, dass wir in Skate Parks, Plattenländen und sogar einem Westring-Ring gespielt haben. Natürlich haben wir so die lokalen Szenen unterstützt, aber der wahre Grund war eine Gute Zeit zu haben und den Leuten das Gefühl wiederzugeben, wie es in unseren Anfangszeiten war.

Könntet ihr euch denn vorstellen bewusst etwas für die lokale Szene zu machen, vielleicht wie es “The Ghost Inside” gemacht haben und eine Tour nur mit lokalem Support zu spielen?

Ja, ich finde es ziemlich cool, dass sie das gemacht haben. Wir versuchen lokale Bands so gut zu unterstützen wie wir können. Aber leider haben wir auch nicht immer die Zeit dafür. Wir versuchen uns auf unsere lokale Szene zu konzentrieren. Wir besuchen viele lokale Konzerte und überreden Leute mitzukommen. Es ist unmöglich allen lokalen Bands und Szenen zu helfen.

Glaubst du es ist heutzutage schwere von der lokalen Musikszene den Sprung zu schaffen, sich durch seine Musik eine Leben aufzubauen?

Das ist schwer zu sagen, gefühlt gibt es heutzutage einfach viel mehr Bands als damals. Das macht es schwerer sich von der Masse abzuheben. Seit dem Internet habe ich das Gefühl, dass die Aufmerksamkeitspanne der Menschen merklich abgenommen hat, Bands wirken heutzutage so austauschbar für viele Menschen. Ich könnte jetzt mein Smartphone rausholen und noch bevor wir nachher die Bühne betreten in 100 verschiedene Bands reinhören. Es ist schon wieder zu einfach neue Bands zu entdecken. Vor 10 Jahren war nicht jede Band im Internet vertreten. Wenn du also eine Band hören wolltest musstest du ihre CD kaufen. Eine CD hat man dann auch häufiger gehört, wenn sie beim ersten mal nicht überzeugen konnte. Heutzutage kannst du deinen Hype bekommen und eine Woche später erinnert sich schon niemand mehr an dich.

Ich habe es immer gemocht in Plattenläden zu gehen, die Cover durchzugucken und etwas zu kaufen, was mich optisch angesprochen hat. War das bei dir auch so? Ist es vielleicht noch so?

Ich habe es am diesjährigen Record Store Day gemacht. Ich bin tatsächlich nicht so der Vinyl Fan, aber dieses Jahr habe ich mir ein paar Schallplatten gekauft.

Eurer erstes Album erreichte Platz 24 in den Billboard Charts. Das ist ein großer Erfolg, besonders für eine Pop-Punk Band, aber verdient ihr durch Konzerte und Plattenverkäufe genug Geld, damit ihr von der Musik leben könnt, oder geht es nach der Tour zurück in den 9 to 5 Job?

Wir verdienen zum Glück genug Geld mit unsere Musik. Aber wir machen auch sehr viel selber, wir haben im eigentlichen Sinn keine Crew. Wir haben einen Merch-Verkäufer. Ansonsten bin ich der Tourmanager, unser Gitarrist kümmert sich um die Technik, hätten wir eine Crew, die bezahlt werden müsste, könnten wir dies auch nicht alles so machen, wie wir es machen. Aber wir wollen diese Arbeiten auch nicht abgeben, wir wollen nicht die Band sein die aus dem Bus steigt und anderen beim arbeiten zuguckt.

Aber ist es nicht ziemlich anstrengend sich alles auf die eigenen Schultern zu stemmen? Gerade jetzt wo die Band immer größeren Wellen schlägt?

Nein, ich genieße es. Wir spielen meist zwischen 30 bis 60 Minuten, also bleiben ja noch 23 Stunden um sich um den Rest zu kümmern, wir sind da ein bisschen anders als andere Bands. Wir  kommen alle aus der Working Class.

Also seid er ihr nicht so die Party Leute?

Ich nicht. Ein paar in der Band feiern auch, trinken Bier und rauchen Gras, ich bin eher der Typ der nach der Show ins Hotel geht und schläft.

Jeder Mensch hat ein Album im Leben, welches in besonders geprägt hat, welches ist deins?

Das ist eine gute Frage! Ich würde sagen “Jimmy Eat World” – “Clarity”.

Danke für das Interview!

Real Friends live in Deutschland:

02.12.16 – Köln – MTC

03.12.16 – Stuttgart – Kellerclub

06.12.16 – Hamburg – Hafenklang

 

Tickets bekommt ihr bei X-WHY-Z:
https://x-why-z.eu/real-friends-tickets-45.html#tour31

 

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