POP-PUNKS.DE EXCLUSIVE: Enola – Of Life (EP)

Mit großer Freude präsentieren wir euch heute die neue EP „Of Life“ der Band Enola aus Essen. Seit 2013 machen die vier Musiker um den ehemaligen THE MILLBOARD MESSAGE Sänger Hendrik Brombach nun gemeinsam Musik. Mit „Of Life“ erscheint über Midsummer Records die erste richtige Veröffentlichung des Pop-Punk Quartetts und verspricht großes! Wir haben die Band gebeten sich mal für euch vorzustellen. Viel Spaß mit der EP sowie dem Interview!

Pop-Punks.de: Enola, euch gibt es jetzt seit 2013. Wollt ihr uns erstmal erzählen wer ihr genau seid und woher ihr kommt und was es mit dem Namen auf sich hat?

Enola: Das ist nicht ganz richtig. Enola gibt es in der derzeitigen Besetzung seit 2013. Die Band besteht allerdings schon seit 2010. Wir haben damals als Trio begonnen und danach den ein oder anderen Besetzungswechsel hinter uns gebracht. Wir vier kommen aus dem Herzen des Ruhrpotts – aus Essen – und sind dort Teil der lokalen Bandszene. Jeder von uns hat sich innerhalb der letzten 15-20 Jahre in unterschiedlichen Bands (von Punkrock bis Metal) die Hörner abgestoßen. Auf der Suche nach einem Bandnamen war uns damals klar, dass es was kurzes und knackiges sein sollte. Es gibt da diesen Song von den Manic Street Preachers (eine Band die ich sehr verehre). Die haben einen Song namens Enola/Alone. Ich fand’s cool, dass der Name auch rückwärts gelesen ein Wort ergibt und mag den Klang des Wortes.

Pop-Punks.de: Neben zwei, bereits Digital veröffentlichten, Songs ist eure EP „Of Life“ die erste Veröffentlichung von Enola. Was können wir von der EP erwarten?

Enola: Sechs atmosphärische, energiegeladene und nach vorn preschende Songs, deren Melodien zum Mitsingen einladen, würde ich sagen. Die sechs Songs sind in ihren Strukturen sehr durchdacht ausgearbeitet. Wir haben auch im Studio noch lange Zeit mit unserem Produzenten Dominic Paraskevopoulos daran gesessen, um aus den Songs das Beste herauszuholen. Wir haben uns sehr intensiv damit beschäftigt einen guten und stimmigen Gesamtsound für die Platte zu finden und ich denke, das ist uns im Endeffekt auch gelungen.

Pop-Punks.de: Was sollen die Hörer fühlen, wenn sie sich die EP anhören?

Enola: Of Life ist eine Ode ans Leben und daran es zu zelebrieren und es – in welcher Lebenssituation auch immer – auszukosten. Mir ist es deshalb wichtig, dass unsere Hörer sich mit den Texten identifizieren können und die kleinen Geschichten, die wir erzählen vielleicht bei sich selbst wiederentdecken. Die Musik transportiert dieses Gefühl.

Pop-Punks.de: Euer Sound klingt sehr vielseitig und lässt sich nicht nur in die Pop-Punk Schublade stecken. Welche Künstler haben euch Inspiriert?

Enola: Schön, das zu hören. Ich denke auch, dass der Begriff Pop-Punk uns viel zu sehr in eine
bestimmte Schublade steckt. Ich denke wir haben da über die Jahre unsere kleine Nische zwischen dem gefunden, was man heutzutage „Pop-Punk“ nennt und einem sehr atmosphärischen breiten Sound der teilweise schon Stadion-Rock-Anleihen besitzt. Eine direkte Inspirationsquelle könnte ich jetzt gar nicht nennen. Künstler, die wir gerne hören und die uns sicherlich unterschwellig inspiriert haben sind beispielsweise Bands wie Conditions, Jimmy Eat World oder auch Thirty Seconds to Mars.

Pop-Punks.de: Hendrik du warst zuvor Sänger bei The Millboard Message, einer Band die sich 2001 gegründet hat und dieses Jahr ihr Abschiedskonzert gibt. Jetzt heißt es aber häufiger Pop-Punk wäre nur etwas für pubertierende Teenager. Wie stehst du dazu? Und macht es nach 15 Jahren immer noch Spaß in einer Pop-Punk Band zu spielen?

Enola: Das ist richtig. Ich freue mich unheimlich auf die Show und darauf mit den Jungs noch einmal auf die Bühne gehen zu dürfen. Als wir TMM 2001 damals gegründet haben, hatte der Begriff Pop-Punk in der Szene noch nicht ansatzweise den Stellenwert den er jetzt hat. Unser Genre wurde damals als Emocore oder Emopunk bezeichnet und unsere Helden waren die Get Up Kids, New Found Glory und The Starting Line etc. Über die letzten 15 Jahre hat sich diese Szene natürlich verändert. Ich denke trotzdem, dass es unheimlich viele Bands im Pop-Punk Genre gibt, die ihre Sache wirklich gut und ernst zu nehmend durchziehen. Mir persönlich ist diesbezüglich auch immer die lyrische Ebene sehr wichtig. Das was eine Band sagt, ist letztendlich auch das was sie verkörpert. Wenn das was du als Band darstellst echt ist, eine gute Message hat aber trotzdem Pop-Punk ist, finde ich das cool. Die komische Szene-Debatte über pubertierende Teens, die auf Enola: Pop-Punk und Metalcore stehen finde ich lächerlich. Klar stehen heute auf allen möglichen Shows auch viele junge Leute im Publikum. Aber wieso sollte ich mich als Musiker darüber beschweren? Was gibt es schöneres für eine kleinere Band als Publikum? Bands sollten sich heutzutage über jeden Zuschauer freuen, der zum Konzert kommt. Völlig egal ob jung (pubertierend) oder alt, geht zu Konzerten und habt Spaß. Wenn ich diesen Spaß daran nach über 15 Jahren in Bands nicht mehr in mir hätte, hätte ich spätestens nach TMM das Handtuch geworfen.

Pop-Punks.de: 2016 war bis jetzt ein gutes Jahr für deutschen Pop-Punk. Bands wie Holly Would Surrender, Grizzly oder auch Storyteller haben Alben veröffentlicht, die schon auf internationalem Niveau mithalten können. Glaubt ihr Pop-Punk aus Deutschland wird in Zukunft mehr Beachtung finden als bisher?

Enola: Ich hoffe insgesamt, dass alternative Musik aus Deutschland international in Zukunft
mehr beachtet wird. Es gibt so viele großartige Bands, die sich wirklich dafür zerreißen, um ihre Musik einer breiteren Masse zu präsentieren. Es ist ein steiniger Weg, den man
heutzutage als Musiker gehen muss. Mit den Jungs von Grizzly haben wir kürzlich noch zusammen gespielt. Großartige Band! Menschlich und natürlich musikalisch astreine Jungs und definitiv eine Band von denen man auch in Zukunft noch viel hören wird. Grundsätzlich hat internationale Beachtung von Musik aber letztendlich nichts mit dem Genre zu tun in dem sich als eine Band bewegt. Heutzutage gibt es Massen an Bands in den Sparten Punk, Metal, Hardcore. Man verliert völlig den Überblick. Letztendlich musst du in dem was du machst richtig gut sein und das gewisse Etwas haben, um dann auch international wirklich Beachtung zu finden. Im Studio klingen heute dank neuster Technologien alle Bands fett und haben tolle Aufnahmen. Letztendlich musst du musikalisch etwas zu bieten haben, was dich von anderen Bands abhebt.

Pop-Punsk.de: Allgemein erfreuen sich Pop-Punk und Emo momentan wieder einer großen Beliebtheit. Zuletzt waren die Genres um die Jahrtausendwende präsent. Freut euch das, oder würde es euch besser gefallen, wenn diese Musikrichtung wieder etwas aus dem Mainstream verschwinden würden?

Enola: Das freut uns definitiv. Aber was ist heute schon Mainstream? Ist eine Emo-Band aus den USA die in Deutschland das MTC in Köln ausverkauft Mainstream? Ich denke nicht. Sicherlich gibt es Bands die dieses Genre auch für eine breitere Masse zugänglich gemacht haben und nun auch große Hallen füllen. Ich sehe diese Entwicklung als positiv für die Rockmusikszene, denn so etabliert sich handgemachte Musik auch in der Masse.

Pop-Punks.de: Wenn ihr euch eine Band aussuchen könntet, mit der ihr furchtbar gerne mal auf Tour gehen würdet. Wer wäre dies?

Enola: Da unsere Geschmäcker diesbezüglich etwas auseinandergehen gibt es hier die Antworten von jedem einzeln:

Hendrik: Jimmy eat world

Steffen: Propagandhi

Sebastian: Foo Fighters

Leon: Solange man mit der anderen Band eine gute Zeit haben kann und es musikalisch passt, ist mir das eigentlich egal

Pop-Punks.de: Eure EP erscheint diesen Freitag, was können wir in Zukunft von Enola erwarten?

Enola: Eine großartige CD Release Show am 11.11.2016 im Hüweg Essen, mehr Shows in 2017, neues Merch und Arbeit an neuem Songmaterial im nächsten Jahr.

Pop-Punks.de: Viele Dank für das Interview! Wir freuen uns in Zukunft mehr von euch zu hören!