Kurzreviews: ITCHY, SILVERSTEIN und THE PROSECUTION

ITCHY – All We Know
(Arising Empire/Nuclear Blast)

„ITCHY sind zurück!“
„ITCHY who?“
„ITCHY, einfach nur ITCHY“
Ja, ITCHY haben sich nach 17 Jahren, sechs Studioalben und unzähligen Konzerten von ihrem POOPZKID getrennt. Doch auch wenn sich der Name geändert hat, so hat es die energiegeladene Musik nicht. ITCHY geben sich auf ihrem neuen, mittlerweile siebten, Album „All We Know“ genau so Energiegeladen wie man es von dem Punktrio aus Eislingen gewohnt ist. 14 Songs lang zeigen sich Sibbi, Panzer und Max dabei von ihrer besten musikalischen Seite und schaffen einen gelungen Spagat zwischen typischem ITCHY Sound („Danger!“) und musikalischer Weiterentwicklung („Stuck With The Devil“). Das POOPZKID mag fehlen, das Herzblut ist immer noch da. „All We Know“ ist ein gelungenes Album, welches gebührend die neue Ära der Band einläutet.

SILVERSTEIN – Dead Refelction
(Rise Records)

SILVERSTEIN gehören ja eigentlich schon zum alten Eisen der Szene. Die Lust der Kanadier Musik zu machen ist dennoch ungebrochen. So verzeichnet der Backkatalog der Band um Sänger Shane Told mittlerweile 9 Studioalben, sowie unzählige Singles und EP’s. Bei so einer Anzahl von Veröffentlichungen ist die Gefahr natürlich groß sich als Band irgendwann zu wiederholen. Und gerade dieses Wiederholen ist etwas womit SILVERSTEIN insbesondere auf ihr letzten Alben zu kämpfen hatten. Selbst bei der ersten Umdrehung auf dem Plattenteller bekam man als Hörer das Gefühl alles schon zu kennen. Umso schöner ist es zu sehen, oder viel mehr zu hören, dass SILVERSTEIN sich auf ihrem neuen Album wieder gefangen haben. „Dead Refelction“ weißt zwar den bekannten SILVERSTEIN Sound auf, schafft es zugleich aber frisch zu wirken. Hymnenhafte Refrains und gezielt gesetzte Shoutparts gehen gut ins Ohr und wecken bei hören wieder das euphorische Gefühl welches sonst nur „Discovering The Waterfront“ oder „A Shipwreck in the Sand“ in einem ausgelöst haben.

THE PROSECUTION – The Unfollowing
(Long Beach Records)

THE PROSECUTION ist wohl eine der politischsten Bands die Deutschland je hervor gebracht hat. Und besonders in Zeiten von Terror, Krieg und Menschen die zur Flucht gezwungen werden braucht es gute und politische Punkbands mit aussagekräftigen Alben. Mit „The Unfollowing“, dem vierte Studioalbum von THE PROSECUTION, erscheint nun ein solches Album. Wie man es von der Band aus Bayern gewohnt ist heben sie nicht einfach den Mittelfinger und brüllen stumpfe Parolen ins Mikrophone sondern überzeugen mit reflektierten Texte. So werden in „Where we belong“ die Gedanken verarbeitet, die einem Menschen auf der Flucht durch den Kopf gehen, während in „State of hate“ kritisiert wird wie viele Leute bei Missständen, von denen sie nicht betroffen sind, wegschauen. Verstärkt wird dies von der druckvollen Musik. Wieder einmal bekommt man eine Mischung aus Ska, Punkrock, Hardcore und Pop Einflüssen geboten die dank Chören und Sing-Alongs dafür sorgen, dass fast jedes Lied zum Ohrwurm wird. Mit „The Unfollowing“ laden THE PROSECUTION zur reflektierten Party ein und veröffentlichen eins der am meisten gelungen politischen Alben der letzten Jahre.