19-11-16 Nothing

Es kommt selten vor, dass man sich wie verrückt auf einen Montag freut, wenn man jedoch weiß, dass am Ende dieses Montags „Nothing“ auf der Bühne stehen kommt es schonmal vor.

Und so war es auch am vergangenen Montag. Ihm rahmen ihrer Europatour, zum neuen Album „Tired of Tomorrow“, legten „Nothing“ einen Stopp im Kölner Underground ein. Eine Location die Sänger und Gitarrist Domenico Palermo niemals vergessen wird, denn wie er laufe des Konzertes erzählen sollte, war das Kölner Underground die erste Location, in der „Nothing“ in Deutschland gespielt haben. Der erste Stopp der damaligen Deutschlandtour und ausgerechnet der Ort an dem sich Domenico Palermo durch einen Unfall beim Crowdsurfen zwei Rippen brach. Somit also beste Voraussetzungen um erneut dort zu spielen.

Dieses mal sollte es jedoch ruhiger zugehen, so wurde der Abend von „Partisan“ eröffnet, die mit ihrem von Joy Divison beeinflussten Post-Punk eher zum Augen schließen und nicken einluden als zum Crowdsufen und Mosh-Pit eröffnen. Nach gut 30 Minuten verabschiedeten sich „Partisan“ und räumten die Bühne für „Nothing“, die Band auf die jeder sehnsüchtig zu warten schien. Das „Nohting“, trotz zwei großartiger Alben, leider immer noch Geheimtipp sind war an der Zuschauerzahl zu erkennen. Nichtmal 150 Leute hatten sich im Underground zusammengefunden um der Band aus Philadelphia zu lauschen. „Nothing“ schien dies weniger zu stören, ganz im Gegenteil, die Band schien freudig überrascht, dass an einem Montag Abend doch so viele Menschen den Weg ins Underground gefunden hatten um sie zu sehen.

Gut 60 Minuten spielte sich die Band durch Songs ihrer beiden Alben, betrieb Konversation mit dem Publikum und ließ sich das Becks Bier schmecken, wie sie selbst mehrmals betonten. Wer „Nothing“ nur von Platte kennt sollte den Abend überrascht werden, klingt die Band bei Aufnahmen relativ strukturiert und rund wurde live nicht davor zurückgeschreckt die Songs ruppiger zu spielen und sie in die Länge zu ziehen.

Was „Nothing“ an diesem Abend zeigen ist ganz großes Shoegaze Kino, ergänzt mit Einflüssen aus Grunge, Punk oder auch mal etwas Pop. Es bleibt zu hoffen, dass sie auf ihrer nächsten Tour kein Geheimtipp mehr sind.